Plakatmotiv GRÜN IST Vorfahrt für neue Ideen - Bahn, Rad und Fußverkehr

Verkehrswende jetzt!

Lemgo braucht die Verkehrswende jetzt. Die hat der Stadtrat gerade mit dem Klimaschutzkonzept beschlossen. Einige wollen dennoch eine Ortsumfahrung durch das Ilsetal. Die CDU titelt deshalb „Nordumgehung – jetzt“. Dieses Plakat ist irreführend. Eine solche Ortsumfahrung wird, wenn überhaupt, erst in 5-10 Jahren kommen. Das kann auch die CDU nicht beeinflussen.

B 238: Langes Verfahren, Ende offen

Im Fernstraßenausbaugesetz (FStrAbG, letzte Fassung 2016) ist die Nordumgehung auf Bundesebene politisch beschlossen worden. Nun wird das Planfeststellungsverfahren für die Nordumgehung von der Bezirksregierung in Detmold vorbereitet und auf den Weg gebracht. Die Nordumgehung ist damit eine verwaltungstechnische Aufgabe, die abzuarbeiten ist. Bürger*innen können ihre Einwände vorbringen, Lärm- und Umweltgutachten werden geprüft usw. Am Ende steht der Planfeststellungsbeschluss, gegen den noch einmal geklagt werden kann. Eiun solches Verfahren wird dauern. Nach Expertenauskunft reden wir hier von einem Zeitraum von 5 – 10 Jahren, bis die Nordumgehung gebaut werden könnte. In diesem Zeitraum fließt bei der Politik bekanntlich noch viel Wasser die Spree oder den Rhein runter.

Neue politische Mehrheiten in Bund und Land werden die Straßenbauplanung wieder überarbeiten und neue Akzente für andere Verkehrsmittel setzen.

Auch wird eine neue, digital vernetzte Mobilität mit mehr Bus, Bahn und Radverkehr den Verkehr in der Stadt reduzieren. Fördermittel für den Ausbau des ÖPNV werden von Bund und Land bereitgestellt.

Was heißt das für Lemgo?

Jahrelang setzte die Mehrheit im Rat außer den Grünen ausschließlich auf den Bau der Nordumgehung. Obwohl alle Gutachten bis heute zeigen, dass eine echte Entlastung für die Innenstadt nicht erfolgen würde. Obwohl durch eine neue Ortsumfahrung auch noch das Musiker- und Blumenviertel belastet und das Naherholungsgebiet Ilsetal zerschnitten würden.

Ein Verkehrskonzept für eine moderne, emissionsarme Mobilität mit mehr Bus, Bahn und Rad wurde dagegen nie ernsthaft verfolgt. Gerade die CDU hat alle Maßnahmen für Verkehrsentlastungen und Lärmschutz an Richard-Wagner-Straße und Gosebrede verhindert. Dies muss angesichts des ungewissen Ausgangs und des langen Zeitraums ein Ende haben. Denn Lemgo läuft Gefahr, sich selbst von diesen Entwicklungen hin zu einer neuen modernen Mobilität abzuhängen.

Jetzt ist es Zeit, gemeinsam an einem Verkehrskonzept zu arbeiten, dass das Verkehrsproblem in der Stadt löst und das die Klimaziele der Stadt erfüllt. Wir brauchen den schnellen Umstieg auf Rad, Bus und Bahn,

  • in der Stadt und
  • in der Umgebung
  • mit Schnell- und Zubringerbussen,
  • mit Radwegen auch ins Umland,
  • mit einem günstigeren ÖPNV,

Wir brauchen eine intelligente Lenkung des KfZ-Verkehrs. Und so bleibt auch das Ilsetal als Naherholungsgebiet für Lemgo erhalten. Das könnte eigentlich alle erfreuen.

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