Ute Koczy und Begleiter an einem der Orte der Uranexploration in Tansania

Ute Koczy, Dorfältester Nzite Shanga, Prof. Egon Jüttner bei Bahi: Hier fand eine der zahlreichen Uranexplorationen statt

Uranförderung in Tansania: Ute Koczy auf Berichterstatterreise in Afrika

Woher das in deutschen Atomkraftwerken verwendete Uran ursprünglich stammt, ist unbekannt. Denn die deutsche Regierung weigert sich, die wahren Quellen zu nennen. Diese liegen nämlich nicht in Frankreich oder Großbritannien, sondern neben Australien und Brasilien unter anderem in Afrika. Eines der deutschen Partnerländer ist Tansania. Dieses Land will jetzt in den Uranabbau einsteigen.

Ute Koczy, lippische Bundestagsabgeordnete und Sprecherin für Entwicklungspolitik, nahm dies zum Anlass für eigene Recherchen vor Ort. Zusammen mit einem Kollegen aus dem Ausschuss, Prof. Egon Jüttner (CDU), reiste sie vom 8. bis 14. August nach Tansania. Doch auch die Probleme beim Goldabbau und die geplante Fernstraße durch den Serengeti Nationalpark hatten die Abgeordneten als Auftrag im Gepäck. Unterstützt durch ortsansässige, im Kampf gegen die Armut engagierte Organisationen sammelten sie in abgelegenen Regionen wichtige Informationen.

„Was in Tansania fehlt, ist Information und Aufklärung zum Uranabbau“ kritisierte Koczy. „Es besteht ein krasser Unterschied zwischen der hochtechnologischen und risikobehafteten Ausbeutung dieses gefährlichen Rohstoffes und den Chancen der Menschen vor Ort, Einfluss und Kontrolle auszuüben. Uran ist kein Rohstoff wie jeder andere. Der Abbau und die Nutzung sind höchst risikoreich und bedürfen außerordentlicher Sicherheitsvorkehrungen.“

Nach offiziellen Terminen in der Großstadt Dar es Salaam waren die beiden Abgeordneten in Begleitung der Brüder Anthony und Matthiasi Lyamunda, den Leitern der Nichtregierungsorganisationen von FEMAPO und CESOPE, in die Bahi-Region gefahren. In den Dörfern Ilindi, Nord Bahi und am Bahi-Sumpfsee berichteten die Menschen übereinstimmend, dass sie sich nicht über die Pläne und Absichten beim Abbau von Uran auf ihrem Gebiet informiert fühlen. Die in den letzten Jahren stattgefundenen Explorationen waren nicht angekündigt gewesen und wurden ohne Rücksprache mit der örtlichen Bevölkerung durchgeführt. Mit Nachdruck forderten die Menschen Informationen und Aufklärung über die Folgen des Uranabbaus ein.

Tansania ist nicht nur reich an Bodenschätzen. Der Hauptanziehungspunkt sind Safaris zur Beobachtung der Wildtiere. Die bekannte Serengeti steht jedoch in der Gefahr durch eine nördliche, von Ost nach West verlaufende Straßen durchschnitten zu werden. Dies würde das Ende der Tierwanderungen bedeuten, die auf der Suche nach Wasser die riesigen Savannen durchqueren. „Ich bin erschrocken darüber, dass diese Planungen in der Bevölkerung zwar bekannt, aber nicht hinterfragt werden. Anscheinend werden die Argumente des Präsidenten übernommen. Doch es gibt eine Alternative. Der Ausbau einer südlichen Variante um die Serengeti würde mehr Menschen anbinden und damit wirtschaftliche Aktivitäten verstärken. Ich hoffe sehr, dass diese Planungen nicht Realität werden,“ zeigte sich Koczy besorgt.

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