Statement zur Beteiligung der Stadtwerke zur WGB Windgesellschaft Barntrup mbH & Co. KG

Weizenfeld vor wolkenlos blauem Himmel, am Horizont Windenergieanlagen - Text: Windkraft in Lemgo - Unsere Energie, unsere Steuern - Beteiligung der Stadtwerke an der WGB Windgesellschaft Barntrup

Wir begrüßen ausdrücklich die Beteiligung der Stadtwerke an der Windgesellschaft Barntrup.
Es ist immer gut, wenn sich lippische Kommunen und deren Stadtwerke zusammenschließen und den Ausbau von regenerativen Energie zusammen anpacken.
Regenerative Energie mit Lippe Qualität sorgt für eine regionale Versorgung.
Deshalb stimmen wir Grünen ausdrücklich dieser Beteiligung zu
und hoffen auf eine erfolgreiche Umsetzung dieses Vorhabens.

Der Ausbau von Windenergie wurde viel zu lange ausgebremst
durch komplizierte und langjährige Verfahren
und durch Bedenken, dass die Windkraftanlagen nicht die nötige Unterstützung in der Bevölkerung finden.

Es kann nicht die Aufgabe eines Politikers sein, die öffentliche Meinung abzuklopfen und dann das Populäre zu tun. Aufgabe des Politikers ist es, das Richtige zu tun und es populär zu machen.

Walter Scheel (FDP), ehemaliger Bundespräsident

Dieses Ausbremsen fand sowohl auf Bundes- und Länderebene durch die alten, CDU-geführten Regierungen statt – aber auch hier in der Kommune.

Man setzte nach wie vor auf billiges Erdgas und Erdöl aus Russland.
Leider wird hier in Lemgo die Fernwärme und der Strom auch in größeren Mengen mit Gas produziert,
was zwar im Verhältnis zu anderen fossilen Produktionsarten CO2-günstiger ist,
aber wir hängen an den Gaspreisen und bekommen die erhöhten Preise zu spüren.

Die neue politische Situation, die durch den Ukrainekrieg verursacht ist, macht uns eigentlich nur deutlich, was wir längst schon aufgrund der wissenschaftlichen Datenlage zur Klimakrise wissen.

Wir müssen runter von den fossilen Energielieferungen.
Wir brauchen einen verstärkten Ausbau von regenerativen Energien.

Das heißt: Ausbau von Windkraft auch in Lemgo.
Denn es wäre unredlich, die Windräder, die wir für unseren Strom- und Wärmebedarf in Lemgo brauchen, allein in anderen Kommunen errichten zu lassen.

Hier in Lemgo wurde der Ausbau von Windkraftanlagen mehrfach versucht aber auch vielfach verhindert.
Da gibt es echten Nachholbedarf.
Das Klimaschutzkonzept fordert den Bau von 6 Windkraftanlagen bis 2030
und 2 weiteren bis 2035,
damit Lemgo 2035 im Strom- und Wärmebereich klimaneutral werden kann.

Je eher das geschieht, desto schneller werden wir unabhängig von Gas aus Despotenländern.
Und wir müssen das dringend anpacken.
Bis 2025 sollen die ersten 3 Anlagen stehen.
Nur so schaffen wir es, dass die Fernwärme u.a. mit aus Windstrom hergestelltem Wasserstoff unabhängig vom Gas und damit klimaneutral wird.

Wir brauchen Windkraftanlagen auch in Lemgo.

Dafür gibt es bereits ausgewiesene Flächen.
Auch weil einige Flächen wegen nachträglicher Einwände weggefallen sind (z.B. durch die Bundeswehr),
müssen weitere Möglichkeiten geschaffen werden.
Große Flächen im Wald wurden in den letzten Jahren durch Folgen der menschengemachten Klimakrise geschädigt (langanhaltende Trockenheit und Borkenkäferbefall).
Auf vielen dieser Flächen können ohne große Schäden neue Windenergieanlagen errichtet werden.
Wir brauchen Flächen, auf denen die Stadtwerke Windstrom erzeugen.
Unsere Energie, unsere Steuern!

Die Bundes- und Landesregierung unterstützen und beschleunigen gerade das Genehmigungsverfahren.
Sie schaffen bessere Rahmenbedingungen,
auch für finanzielle Beteiligung von Bürger:innen.

Deshalb fordern wir, dass die Stadtwerke Lemgo – wie im Klimaschutzkonzept vorgesehen – den Ausbau von Windkraftanlagen prioritär vorantreiben.
Wir als Bürger:innen werden in vieler Hinsicht davon profitieren:

  1. Regenerative Energie aus eigener Produktion vor Ort ist auf Dauer kostensenkend.
  2. Das Geld wird hier vor Ort verdient und hier versteuert.
    Das Geld fließt in das Stadtsäckel und damit in die Stadtgemeinschaft.
  3. Nur so werden wir klimaneutral im Strom- und Wärmeverbrauch
    und halsen unseren Kindern und Kindeskinder keine weitere CO2-Schulden auf.
  4. Wir fordern alle im Stadtrat auf,
    sich aktiv bei den Bürger:innen für den Ausbau der Windkraft vor Ort einzusetzen.
    Viele Bürger:innen denken bereits um und wollen die Unabhängigkeit vom russischen Gas und Klimaneutralität.
  5. Wünschenswert ist eine Möglichkeit der finanziellen Beteiligung von Bürger:innen am Ausbau von Windkraftanlagen im Sinne einer Bürgerenergiegenossenschaft.

Darüber hinaus bleibt konsequentes Energiesparen wichtig. Altbausanierung und höchste Energiestandards im Neubau müssen für Lemgos eigene Immobilien Standard sein.

Lesen Sie dazu auch:
Wieviel Windkraft braucht Lemgo?
Wieviel Windkraft brauchen wir? (insgesamt in Deutschland)

Bericht zu unserer Pressemitteilung in der LZ
Beitrag zu Plänen der Landesregierung zum Ausbau der Windkraft in der NW

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