Solarstrom wird entbürokratisiert

Photovoltaikanlage auf Betriebsdach - Text: Für mehr Photovoltaik - Bundesregierung beschließt weitreichende Entbürokratisierung - Klimaschutz und Energiesicherheit

Die Bundesregierung hat am 14. September weitreichende steuerliche Entlastungen und Entbürokratisierungen für die dezentrale Nutzung von Photovoltaikanlagen beschlossen.
Auch die Erzeugung von Strom mit Biogasanlagen wird angekurbelt.

Was in der Presse nur sehr wenig Beachtung fand: Die Bundesregierung hat eine deutliche Vereinfachung für Sonnenstrom-Anlagen beschlossen.

1) Wir stellen klar, dass Balkonkraftwerke keine absurden Abschaltvorrichtungen benötigen. Das gilt für alte wie neue Anlagen.

2) Neue PV-Anlagen bis 25 kWpeak [Spitzenleistung] brauchen auch keine Steuerungseinrichtungen bzw. Begrenzung der Wirkleistungseinspeisung auf 70 % mehr. Für Altanlagen wird die sogenannte 70 % Regelung bis 7 kWp ab 1.1.23 komplett aufgehoben.

3) Einnahmen und Entnahmen im Zusammenhang mit PV-Anlagen bei Einfamilienhäusern und Nebengebäuden bis 30 kWp werden komplett von der Einkommenssteuer freigestellt.

4) Auch in Mehrfamilienhäusern werden Einnahmen und Entnahmen aus Photovoltaikanlagen sogar bis zu 100 kWp von der Einkommenssteuer freigestellt (15 kWp pro Wohn- oder Gewerbeeinheit).

5) Damit wird der Tatsache Rechnung getragen, dass PV zwar wirtschaftlich ist, aber große Profite damit dezentral nicht zu machen sind. Aufwändige Steuererklärungen entfallen!

6) Für die Lieferung und Installation von Photovoltaikanlagen für Wohnungen und öffentliche Gebäude sowie zugehöriger Komponenten und Speicher führen wir einen Nullsteuersatz in der Umsatzsteuer ein. Damit nutzen wir die Spielräume der neuen EU-Mehrwertsteuersystemrichtlinie.
[Für die Lieferung und den Einbau von Solarstrom-Anlagen für Wohnungen und öffentliche Gebäude entfällt die Mehrwertsteuer]

7) Lohnsteuerhilfevereine dürfen künftig Arbeitnehmer:innen weiter steuerlich beraten, wenn sie in eine PV-Anlage investiert haben.

8) Für die Jahre 2022, 2023 und 2024 kommt zudem eine Regelung im EEG, die einen zusätzlichen Anreiz zur Stromproduktion aus Biogasanlagen setzt.

9) Außerdem kommt für den 15. Januar 2023 eine zusätzliche „Krisensonderausschreibung“ für Solaranlagen in Höhe von 1.500 MW. Hier besteht noch ein Vorbehalt auf Beihilfegenehmigung der EU-Kommission (wir sind optimistisch!).

Schon im Osterpaket hatten wir zahlreiche Entbürokratisierungen für die Erneuerbaren Energien und ihre Nutzung in Bürgerhand auf den Weg gebracht. Der Bundestag hat diese inzwischen beschlossen. Mehr dazu auf den Seiten des BMWK

Weitere Entbürokratisierungen sind in Vorbereitung und Umsetzung. Dabei zielen wir vor allem auf bürokratische Lasten für KMUs und Privathaushalte, wenn sie sich für den ökologischen Wandel einsetzen. Wer in Erneuerbare Energien investiert, muss gefördert, nicht gegängelt werden.

Sven Giegold (Bündnis 90/Die Grünen), Staatssekretär im Bundesministerium für Wirtschaft und Klimaschutz

Wann sollte ich Photovoltaik installieren/planen?

Jetzt.

Wer eine neue Solarstromanlage plant oder die bestehende erweitern will, sollte sich sofort an Handwerksbetriebe wenden und Angebote einholen.
Denn das Angebot an Bauteilen wie Solarmodule, Wechselrichter und Speichern ist knapp. Und auch die Kapazitäten der Installationsfirmen sind ausgereizt.
Auch wenn die Installation nicht für sofort vorgesehen ist: Hauseigentümer:innen können die Ausführung eines Auftrags nach hinten verschieben. Die derzeit angespannte Lage am Strommarkt zeigt jedoch, dass es nie günstiger war, eigen Strom zu produzieren.
Aufgrund der Zinserhöhung der Europäischen Zentralbank ist auch ein Ansteigen der Zinsen für Kredite zu erwarten. Das heißt: Je länger man wartet, umso teurer werden Kredite für Photovoltaikanlagen.

Können auch Mieter installieren?

Grundsätzlich ja.

Die oben erwähnten Balkonkraftwerken kann jede:r am Balkongeländer festklemmen. Anschließend muss nur noch der angebaute Stecker in eine Steckdose gesteckt werden und schon beginnt die Strom-Eigenproduktion.

Eine Absprache mit dem Vermieter ist in der Regel notwendig.

Auch die Stadt installiert

Der Ausbau und die Planungen laufen: Auch die Alte Hansestadt Lemgo baut Photovoltaik zu. Auf und an städtischen Gebäuden werden in den nächsten Monaten und Jahren Solarstrom-Anlagen installiert, soweit dies möglich ist.

Jedes Solarmodul ist nicht nur ein wichtiger Schritt in die energetische Unabhängigkeit und zu günstigem und sauberen Strom. Jedes Kilowatt peak hilft Lemgo im Wattbewerb weiter, an dem wir seit Februar 2021 teilnehmen.

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