Regionalplan: Fläche schützen, Entwicklung nachhaltig gestalten

Wir nehmen Stellung und schlagen schonende Entwicklung vor.

Für den neu aufzustellenden Regionalplan fordern wir, Flächen zu schützen und eine Entwicklung nachhaltig zu gestalten.

Der Flächenverbrauch für Siedlungen und Verkehr wirkt sich auf Klima und Umwelt aus. Durch Flächenversiegelung werden die Auswirkungen und das Risiko von Hochwasser verstärkt. Der Flächenverbrauch in Deutschland sollte bis 2020 auf 30 Hektar pro Tag und gesenkt werden. Er liegt jedoch noch immer bei fast 60 Hektar.
Auch Klimafolgen werden durch die Planungen beeinflusst. Wir wollen Bedürfnisse von Anwohner:innen stärker berücksichtigt wissen.
Darum bringen wir uns mit eigenen Vorschlägen in die Debatte um den Regionalplan OWL ein.

Für die Ratssitzung am 22. März schlägt die Fraktion eine behutsamere und für Umwelt und Anwohner:innen schonendere Entwicklung der Industrieflächen an der Ostwestfalenstraße vor.
Wir legen eine umfangreiche Stellungnahme im Rahmen der Öffentlichkeitsbeteiligung zum Regionalplan vor.

Darin unterstützen wir die Vorgaben für eine klimaschonende Mobilität, mahnen aber auch mehr Engagement für Bodenschutz und gegen Flächenfraß an.

Mit dem neuen Regionalplan Flächen schützen

Vorstellung der Ideen in Videochat geplant

Für die Lemgoer Planungen befürworten wir eine behutsame Siedlungsentwicklung entlang der bestehenden Wohngebiete in der Kernstadt.

Wir brauchen ein neues Denken beim Flächenschutz. Fast alle vorgeschlagenen Wohnsiedlungs- und Gewerbebereiche nehmen landwirtschaftliche Ackerflächen von höchster Qualität in Anspruch. In manchen Gebieten sind auch Naturschutzgebiete und klimasensible Bereiche betroffen. Hier müssen wir bei der Ausweisung neuer Wohnflächen genau hinschauen.

Dr. Burkhard Pohl, Fraktionsvorsitzender

Dass Stadt und Bezirksregierung ausgerechnet direkt an der geplanten Nordumgehung drei Wohngebiete ausweisen, entbehrt dabei nicht einer gewissen Ironie.

Industrieflächen: Schutz für die Hengstheide

Entscheidend ist die Entwicklung der Industriegebiete. Der gewerblichen Entwicklung an der Westumgehung stehen wir aufgeschlossen gegenüber. Hier sehen wir noch mehr Potenzial, falls die Stadt Lemgo im weiteren Planverfahren weitere Bereiche beantragen muss.

Die ungebremste Entwicklung an der Ostwestfalenstraße lehnen wir ab. Auf Salzufler Seite ist eine neue Interkommunale Gewerbefläche von 70 Hektar ausgewiesen, an der die Stadt Lemgo beteiligt wäre. Auf Lemgoer Seite sollen westlich des aktuellen Industriegebietes aber noch weitere Flächen an der Hengstheide hinzukommen.

Wir sehen mit Sorge, dass zwischen Rhiene und dem Hengstfeld ein durchgehendes Band von Industrie und Gewerbe entstehen könnte. Anwohner:innen und Natur wären hoch belastet. Und eine solche bandartige Entwicklung widerspricht ausdrücklich den Zielen des Regionalplans.

Dr. Burkhard Pohl

Erweiterung Industriegebiet liegt in wichtiger Kaltluftbahn

Außerdem zerschneidet die gewerbliche Entwicklung eine zentrale Kaltluftbahn von sehr hoher Priorität für das Mikroklima der ganzen Region. Solche Bereiche gilt es möglichst großflächig zu sichern, um die negativen Auswirkungen des Klimawandels zu begrenzen. Schließlich würde die bestehende Ausgleichsfläche am Westrand des Industriegebietes Lieme-West durch einen beidseitigen Zubau in ihrer Funktion geschädigt und isoliert. Diese Waldfläche erfüllt heute schon eine besondere ökologische Funktion.

Regionaler Grünzug als schützgefordert

Wir fordern daher einen breiten Grünzug zwischen den Industrieflächen Lieme und Retzen.

In Verbindung mit der Bega könnte hier ein wichtiger Grünbereich entstehen. Lemgo hat kaum noch Raum für Ausgleichsflächen. Daher könnten in diesem Bereich Kompensationsflächen geschaffen werden, zusammen mit der bereits bestehenden und geretteten Waldfläche an der Hengstheide könnte eine wichtige Biotop-Verbunstruktur geschaffen werden.

Christian Fietzeck, Ratsmitglied und Mitglied im Ausschuss für Wirtschaft und Digitalisierung

Es bleibt genug Raum für Industrie und Gewerbe

Für die Lemgoer Entwicklung sehen wir mit den verbleibenden Flächen auf Lemgoer und Salzufler Gebiet genügend Potenzial, zumal die Kommune auch später noch Flächen nachmelden kann. Verträgliches Gewerbe kann auch in den Allgemeinen Siedlungsbereichen entstehen. Priorität muss die Nutzung von Reserven und nicht genutzten beziehungsweise brachliegenden Arealen haben. In unserem Antrag an den Lemgoer Rat unterstützen wir außerdem die Wiederinbetriebnahme der Begatalbahn und fordern eine Planungsvorgabe für den künftigen Nationalpark Senne.

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