v.l.: stellvertretender Leiter der Feuerwehr Lars-Uwe Brede, Bürgermeister-Kandidatin Dr. Katharina Kleine Vennekate und Leiter der Feuerwehr Klaus Wegener an und im Drehleiterkorb

Feuerwehr für zukünftige Krisen rüsten

In der Feuerwache hat Bürgermeister-Kandidatin Katharina Kleine Vennekate mit Klaus Wegener und Lars-Uwe Brede über heutige Aufgaben und zukünftige Anforderungen gesprochen.

Die Stadt ist verpflichtet, für den Brandschutz und Hilfeleistung in Unglücksfällen ein leistungsfähige Feuerwehr zu unterhalten. Regulär wären dazu in Lemgo hauptamtliche Kräfte nötig, also Berufsfeuerwehrleute. Das ist mit hohen Personalkosten verbunden. Für unsere Stadt gilt jedoch eine Ausnahmegenehmigung.

Den sich über das Normal hinaus engagierenden Mitgliedern der Freiwilligen Feuerwehr verdanken wir hier große Einsparungen. Durch eine vorbildliche Organisation und Logistik können Hilfsfristen auch mit ausschließlich Ehrenamtlichen eingehalten werden. Ich bin von der Einsatzbereitschaft dieser Gemeinschaft begeistert!
Als Bürgermeisterin ist eines meiner wichtigsten Ziele, dass Lemgos Feuerwehr weiterhin diese professionelle und schlagkräftig Hilfe leisten kann.

Katharina Kleine Vennekate, Bürgermeister-Kandidatin

Der Leiter der Feuerwehr Klaus Wegener und sein Stellvertreter Lars-Uwe Brede berichteten über die komplexen organisatorischen Aufgaben gerade in den vergangenen Monaten.
So musste die Ausbildung neuer Feuerwehrkamerad*innen umgeplant werden. Und auch die Fortbildung und regelmäßige Übungsabende der erfahrenen Einsatzkräfte waren neu zu regeln. Nur mit regelmäßigen Übungen können Einsätze sicher und schnell bewältigt werden. Hygieneregeln gelten auch in den Löschfahrzeugen, dafür gelten neue Dienstanweisungen und Mund-Nase-Schutz wurde für alle Kräfte angeschafft. Gerade bei der Feuerwehr gilt: Sicherheit geht vor.

Überhaupt nahm Krisenmanagement einen großen Teil des Gesprächs ein. Mit der Corona-Pandämie kam auf die Feuerwehr eine weitere Aufgabe hinzu. Sie unterstützte am Testzentrum in Detmold die Sanitätseinheiten.

Krisenmanagement bedeutet im Bereich Feuerwehr auch, mit belastenden Situationen umzugehen. Solche seelisch beklemmenden Lagen entstehen bei Großschadenslagen wie dem ICE-Unglück von Eschede. Sie können aber auch schon bei kleineren Einsätzen vorkommen, bei denen Menschen in Mitleidenschaft gezogen wurden. Dann ist professionelle Hilfe z. B. durch Notfallseelsorger*innen notwendig. Katharina Kleine Vennekate hat jahrelang als Notfallseelsorgerin mitgeholfen und in den vergangenen Jahren in diesem Bereich Fachkräfte ausgebildet.

Die große Bandbreite der Feuerwehraufgaben bedeutet auch, viele verschiedene Fahrzeuge, Geräte und Material vorhalten zu müssen. Auch wenn diese nicht täglich zum Einsatz kommen.

Nach dem Gespräch in der Feuerwache entdeckte Katharina Kleine Vennekate die Feuerwehr bei einer Übung an den Türmen von St. Nicolai. Simuliert wurde die Rettung einer hilfsbedürftigen Person mit Drehleiter und Krankentrage aus großer Höhe.

Ein Beispiel: In der Zeit des kalten Kriegs wurden viele kleine Feuerwehrfahrzeuge fürs Gelände vorgehalten. Mit Sirenen wurde in jedem Dorf zum Einsatz alarmiert. Nach der Wende wurde dann der Katastrophenschutz heruntergefahren; in die Jahre gekommene Fahrzeuge durch andere Bauarten ersetzt; und die Sirenen abgebaut, weil ja über Funk alarmiert wird.
Inzwischen ist aber klar: Wir benötigen wieder Sirenen, um die Bevölkerung bei Gefahr zu warnen. Waldbrandgefahren nehmen wegen der Klimakrise von Jahr zu Jahr zu. Dafür muss wieder Material angeschafft werden, um z. B. in unserem Stadtwald Einsätze bewältigen zu können, aber auch in anderen Gegenden.

Die heutige Vielfalt der Einsätze bringt eine hohe Belastung für die Feuerwehrleute mit sich. Immer öfter werden Einsatzkräfte zu größeren Schadenslagen in andere Teile unseres Landes geruften, z. B. beim Elbehochwasser, der Schneekatastrophe im Münsterland oder dem Sturm Ela, bei dem die Feuerwehr Lemgo auch in Mülheim (Ruhr) eingesetzt war.

Wir müssen nicht nur den Feuerwehrangehörigen für ihren Einsatz danken. Auch Ehepartner*innen und anderen Angehörigen gebührt hier Wertschätzung. Denn sie übernehmen oft Aufgaben, die wegen des Ehrenamtes liegenbleiben.

Katharina Kleine Vennekate

Immer öfter muss die Feuerwehr bei Einsätzen des Rettungsdienstes mit ausrücken, um Zugang zu einer Wohnung zu verschaffen. Oder weil die Krankentrage durch enge Treppenhäuser transportiert werden muss.Die Aus- und Fortbildung hierfür ist zeitaufwändig, was auch zu Belastungen im familiären Bereich führen kann.

v.l.: stellvertretender Leiter der Feuerwehr Lars-Uwe Brede, Bürgermeister-Kandidatin Dr. Katharina Kleine Vennekate und Leiter der Feuerwehr Klaus Wegener an und im Drehleiterkorb
v.l.: Stellvertretender Wehrführer Lars-Uwe Brede, Bürgermeister-Kandidatin Katharina Kleine Vennekate und Wehrführer Klaus Wegener

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