Baum auf dem Wall

Antrag: Lemgo soll dem Bündnis „Kommunen für biologische Vielfalt e.V.“ beitreten

Sitzung des Ausschusses für Umwelt und Klimaschutz vorgesehen für den 26. Januar 2020

Ralf Kersting
Ralf Kersting

Wir beantragen zur Sitzung des Umwelt und Klimaschutz-Ausschusses zusammen mit der SPD-Fraktion, dass die Alte Hansestadt Lemgo dem Bündnis „Kommunen für biologische Vielfalt“ beitreten soll. Gleichzeitig legen wir zwei Maßnahmen als Projekteinstieg vor.

Antrag zum Ausschuss für Umwelt und Klimaschutz am 26.01.2020

Die Stadt Lemgo folgt dem Beispiel des Kreises Lippe und der Nachbarkommunen Barntrup, Bad Salzuflen, Detmold, Kalletal und tritt dem Bündnis „Kommunen für biologische Vielfalt“ durch die Unterzeichnung der Deklaration „Biologische Vielfalt in Kommunen“ bei. Der Beitritt könnte zum „Tag der Artenvielfalt“ am 22. Mai erfolgen.

Folgende konkrete Maßnahmen setzt die Alte Hansestadt Lemgo kurzfristig um:

  1. Die Stadt Lemgo vergibt Patenschaften zur Anschaffung, Pflanzung und Pflege von Bäumen.
  2. Die Stadt Lemgo beschafft Bienenautomaten und installiert diese im Stadtgebiet.

Begründung:

Wichtigstes Ziel des Bündnisses ist der Schutz und die nachhaltige Nutzung der biologischen Vielfalt. Das Bündnis will die Bedeutung von Natur im unmittelbaren Lebensumfeld der Menschen stärken.

Die unterzeichnenden Gemeinden, Städte und Landkreise setzen sich dafür ein, im Rahmen ihrer Möglichkeiten Maßnahmen im Sinne der Erhaltung und Stärkung der biologischen Vielfalt zu ergreifen. Hierzu gehören Maßnahmen in den Bereichen Freiraumschutz im Gemeinde- bzw. Kreisgebiet, Arten- und Biotopschutz, Nachhaltige Nutzung, Bewusstseinsbildung und Kooperation, das Verfassen gemeinsamer Positionen,- die gemeinsame Öffentlichkeitsarbeit und- die Initiierung gemeinsamer Gutachten, Untersuchungen, Projekte etc.

So könnten beispielsweise in Lemgo auf stadteigenen landwirtschaftlichen Flächen bzw. entlang landwirtschaftlicher Wege blütenreiche Saumstrukturen neu angelegt oder ökologisch aufgewertet werden. Vor allem die Insektenvielfalt würde davon profitieren.

Innerstädtisch sind Baumpatenschaften und Blühflächen im öffentlichen Bereich (Wall, Innenstadt, Straßenrändern) mögliche Maßnahmen (vgl. a. Deklara8on Pkt. I. Grün- und Freiflächen im Siedlungsbereich). Im Rahmen der Bewusstseinsbildung / Öffentlichkeitsarbeit ist z.B. das Aufstellen von sogenannten „Bienenautomaten“ denkbar.

Martina Klein
Martina Klein
Johanna Schlotthauer
Johanna Schlotthauer

Zu a) Baumpatenschaften

Bäume verdienen vielfäl8ge Beachtung – sie verschönern das Stadt- und Landschaftsbild, liefern als „grüne Lunge“ Sauerstoff, spenden Schatten, binden Staub und Kohlendioxid, mindern Lärm und sind bedeutsamer Lebensraum für Kleinlebewesen und Vögel. Bürger:innen sind sich der Bedeutung zunehmend bewusst und möchten sich gerne verantwortlich engagieren.

Dies fördert den Klimaschutz und eine Identifikation mit der heimischen Umwelt.

Bürger:innen, Firmen, Vereine und Ins8tutionen sollen künftig Patenschaften für städtische Bäume und Baumscheiben (Baumscheiben beschreiben die Fläche unter einem Baum) übernehmen können. Ein einmaliger Betrag des Spenders – beispielsweise bei Widmungen oder bei Anlässen zum Gedenken wie Hochzeit und Jubiläum – beinhaltet dann die Baumanschaffung, Pflanzung und Pflege durch die Kommune.

Die städtische Verwaltung soll

  • ein Angebot und Verfahren zu Baum- und Baumscheibenpatenscha\en entwickeln
  • Bürgerinformationen herausgeben (Homepage, Presse, Flyer, Urkunde) und so auf diese Möglichkeiten hinweisen und sie bewerben.

Viele Städte und Gemeinden haben den Wert und Nutzen bereits erkannt und umgesetzt.
Bsp. Bielefeld
ergänzende Konzeptionshinweise

Zu b) Bienenautomaten
sind restaurierte Kaugummiautomaten, die mit Kapseln mit regional orientierten Blühsamenmischungen (oder im Herbst Krokusknollen) gefüllt sind. Durch die auffällig gelbe Gestaltung erwecken die Automaten Aufmerksamkeit. Sie bieten damit die Möglichkeit zur Information über die dringende Notwendigkeit der Förderung der Artenvielfalt. Gleichzeitig wird ermöglicht, vor Ort einen eigenen Teil zum Arterhalt zu leisten. Die entleerten Kapseln werden zur erneuten Befüllung an den Vertreiber retourniert.

Informationen zum Konzept
Informationen zur Füllung

Finanzierung

Investition je Doppelautomat389,00 €Sammelbox24,90 €= 413,90 €
Kosten für eine Füllung mit 200 Kapseln76,00 €= 0,38 €/Kapsel
Erlös0,50 €/Kapsel
Gewinn0,12 €/Kapsel24,00 €/Füllung

413,90 € Investiton ÷ 24,00 Gewinn → Amortisation nach 18 Verpackungseinheiten = 9 Füllungen (Doppelautomat)

Etwaige Nettogewinne werden zur Finanzierung städtischer Maßnahmen zum Erhalt der Artenvielfalt eingesetzt.

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