Die Hengstheide im Griff des geplanten interkommunalen Industriegebietes, das im Vorwahlkampf forciert wird

Das interkommunale Industriegebiet belastet vor allem Lemgoer Bürger

Hengstheide im Griff des Vorwahlkampfs

Dass der idyllisch liegende Weiler Hengstheide im Griff des Vorwahlkampfs auf Lemgoer und Bad Salzufler Gebiet wird, zeigte die letzte Sitzung des Haupt- und Finanzausschusses. Die Verwaltung will das Industriegebiet Lieme-West um den Ort Hengstheide herum bis weit auf Salzufler Gebiet ausdehnen. Wir hatten präzise Aussagen erfragt. Im Haupt- und Finanzausschuss am 2.9.2019 erhielten wir Antworten auf unsere Anfrage zu

  • verfügbaren Flächen inklusive von Brachen und
  • nicht genutzten Industrieflächen.
Die Hengstheide im Griff des geplanten interkommunalen Industriegebietes, das im Vorwahlkampf forciert wird
Das interkommunale Industriegebiet belastet vor allem Lemgoer Bürger
Dr. Burkhard Pohl

Die Katze ist aus dem Sack: Der Lemgoer Bürgermeister und der Noch-Beigeordnete und Salzufler Bürgermeisterkandidat wollen die Hengstheide in die Zange nehmen. Die Abholzung des Waldstücks in Lieme-West und die Planierung von 4,5 ha beim Ort Hengstheide werden nur der Auftakt sein. Entlang der Ostwestfalenstraße sollen viele Hektar Fläche zugebaut und planiert werden. Ein ganz neues Industriegebiet soll entstehen. Dies bekräftigte die Verwaltung auf Grüne Nachfrage im vergangenen Hauptausschuss. Damit werden Natur- und Ackerboden vernichtet und Anwohner stark belastet.

Dr. Burkhard Pohl, Fraktionsvorsitzender

Vollendete Tatsachen statt konkreter Bedarf

Die Bezirksregierung entscheidet über die konkreten Pläne erst nach der Kommunalwahl ab 2021/22. Deshalb verbieten sich aus grüner Sicht vorher weitere Schritte. Trotzdem will man schon mit aller Macht Tatsachen an der Grenze nach Bad Salzuflen schaffen. Und dies, obwohl ein langfristiger Flächenbedarf für die Zukunft überhaupt nicht beziffert ist. Im Ausschuss blieben zudem Fragen nach nicht genutzten Gewerbebrachen und -flächen unbeantwortet.

Vorwahlkampf mit Griff in die Mottenkiste alter Wirtschaftspolitik

Irrglaube an grenzenloses Wachstum

Hier zeigt sich die Macht des alten Glaubens an ungebremstes Wachstum und unbegrenzte Flächen. Ein „Weiter so“ von Umweltzerstörung und Ressourcenverbrauch sollte eigentlich der Vergangenheit angehören. Dies gilt für den Amazonas und Alaska wie auch in Deutschland. Auch der Landesentwicklungsplan NRW fordert ausdrücklich den sparsamen Umgang mit den intakten Flächen, die uns noch verbleiben. Natur und Umwelt müssen einen echten Wert erhalten. Dies ist auch deshalb nötig, weil bisher viel zu viel Fläche verschwendet wurde und wird.
Moderne Industriepolitik erfordert einen klugen Umgang mit den verfügbaren Flächen, denn wir müssen unsere Boden-Ressourcen für die kommenden Generationen schonen. Wir müssen daran denken, dass wir heute schon an Flächen verbrauchen, die unsere Enkel in Zukunft benötigen. Die Pläne für die Versiegelung von über 80 Hektar Land zwischen Lemgo und Bad Salzuflen sprechen dem Hohn.

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