Unsere Positionierung zum Innovation Campus

Nach der Vorstellung der Parkraumplanung und des Innovation Spin am Innovation Campus ziehen wir ein zwiespältiges Zwischenfazit. Die Potenziale für Forschung und Bildung sind beträchtlich. In puncto Klimaschutz und Nachhaltigkeit fehlt aber bisher die nötige Innovation.

Dr. Burkhard Pohl

Die jetzt vorgestellte Freiraumplanung am Innovation Campus schafft Wege für Fußgänger und Radverkehr. Durch die Sperrung des Langenbruchs (Campusallee) für den Durchgangsverkehr entsteht ein echter Campuscharakter. Positiv ist auch, dass die Biotope an der Tonkuhle erhalten bleiben – dort herrscht eine beeindruckende Artenvielfalt. Die weitere Verkehrsplanung dreht sich leider fast nur ums Auto. Noch vor dem Bau des ersten Parkhauses plant die Stadt Lemgo ein zweites Parkhaus auf grüner Wiese – obwohl der Bedarf bisher nicht belegt ist. Das ursprüngliche Parkraumgutachten von Prof. Stephan hatte selbst den Bau des ersten Parkhauses zurückhaltend beurteilt und stattdessen Maßnahmen für mehr öffentlichen und nichtmotorisierten Nahverkehr vorgeschlagen. Davon aber ist noch wenig zu sehen. Der Innovation Spin, das zentrale Gebäude am Campus, überzeugt vor allem durch seine offene Konzeption. Das Gebäude bietet eine spannende Vernetzung von Bildung und ForschungBerufsschule, Ausbildung und Hochschule treten in Dialog. Enttäuschend ist aber die Bauplanung selbst: Ein innovatives Gebäude müsste auf maximalen Klimaschutz und Nachhaltigkeit setzen, Stichworte cradle-to-cradle und Plusenergie. Davon ist bei den aktuellen Planungen keine Rede, nicht einmal Passivhausstandard ist angestrebt. Das ist alles andere als innovativ. Somit ist zu fürchten, dass sich das Sparen beim Bauen bei den laufenden Kosten rächen wird. Der Innovation Campus ist eine große Chance für Ostwestfalen und Lemgo und eröffnet Bildungs- und Berufschancen für viele Menschen. Diesem hohen innovativen Anspruch müsste man aber auf allen Ebenen gerecht werden – in den Bildungsangeboten genauso wie in der Baustruktur und in der Verkehrsplanung. Dann würde es ein ganzheitliches Zukunftsmodell mit Ausstrahlung.

Dr. Burkhard Pohl, Fraktionssprecher

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