1,5-Grad-Grenze

Im Pariser Klimaschutzabkommen haben sich die unterzeichnenden Länder darauf geeinigt, die Erderhitzung möglichst nicht über 2 ° – besser 1,5 ° – gegenüber dem Stand von 1990 steigen zu lassen.
Mit dem Pariser Klimaschutzabkommen wurde festgelegt, dass dazu Klimaneutralität bis 2050 erreicht werden müsse. Inzwischen geht man aber davon aus, dass zum Einhalten der 1,5-Grad-Grenze Klimaneutralität wesentlich eher erreicht werden muss.
Für Schwellenländer ist der Wechsel auf klimafreundliche Technologien schwerer zu schaffen als für die reichen Industrieländer wie Deutschland.
Um hier einen Ausgleich zu schaffen, müssen wir bis spätestens 2035 – besser vorher – klimaneutral sein.
Klimaneutral bedeutet, dass nicht mehr Treibhausgase ausgestoßen werden, wie im gleichen Zeitraum gebunden werden können.

Wieso wurde genau diese Marke 1,5/2 ° gewählt?

Klimaforscher gehen davon aus, dass bei einer Erhitzung über 1,5 ° hinaus Kipppunkte überschritten werden, die irreversible Vorgänge auslösen.
Das kann man dann mit hintereinander aufgestellten Dominosteinen vergleichen. Das Überschreiten der Kipppunkte ist dann wie das Antippen des ersten Dominosteins.
Dieser kippt gegen den nächsten, es entsteht eine Kettenreaktion.
Die Kettenreaktion kann nicht mehr aufgehalten werden.
Womöglich sind in der Reihe Dominosteine auch Abzweigungen und dann läuft die Kettenreaktion auf zwei oder mehr Strängen weiter.

Ein Beispiel, das heute schon sichtbar ist: Permafrostböden sind Erdböden, die das ganze Jahr über gefroren sind. Die gibt es in vielen Gegenden auf der Erde: In Sibirien, auf Spitzbergen, Island, Kanada Alaska oder der Antarktis.
Steigt die Durchschnitts-Temperatur auf der Erde, beginnen diese Permafrostböden zu tauen.
Aus den auftauenden Böden lösen sich dann darin gebundene Treibhausgase, z. B. Methan und Kohlendioxid.
Diese entweichen dann in die Atmosphäre und verstärken den Treibhauseffekt.
Die Erde erhitzt sich noch stärker.
Dadurch erhitzen sich auch die Meere und Ozeane.
Auch darin sind Treibhausgase gebunden, die nun wiederum verstärkt in die Atmosphäre entweichen.

Welche Kipppunkte wann überschritten werden, ist noch nicht exakt vorauszusagen.
Da wir schon heute die Grenze von 1,2 ° gegenüber 1990 überschritten haben, gehen viele Wissenschaftler davon aus, dass erste Kipppunkte bald erreicht sind.
Dem IPCC-Bericht von 2022 nach ist zu befürchten, dass bereits 2026 die 1,5-Gradmarke erreicht wird.

Es gibt also keinen Grund, noch abzuwarten oder Maßnahmen auf die lange Bank zu schieben.

Artikel kommentieren

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert. Mit der Nutzung dieses Formulars erklären Sie sich mit der Speicherung und Verarbeitung Ihrer Daten durch diese Website einverstanden. Weiteres entnehmen Sie bitte der Datenschutzerklärung.