🌱 Wärme für Lemgo – jetzt klug planen, damit es morgen funktioniert!

Viel Geld für Investitionen statt für den Einkauf fossiler Energie

Die Stadtratsfraktion von Bündnis 90/Die Grünen will die kommunale Wärmeplanung für Lemgo so früh wie möglich verabschieden.

„Je früher Planungssicherheit für alle Beteiligten besteht, desto erfolgversprechender kann die Umstellung gelingen“, sagt Lucia Mühlhoff, Ph.D., sachkundige Bürgerin zum Thema und Mitglied im Umwelt- und Klimaschutzausschuss. „Hausbesitzerinnen und -besitzer können nach der Verabschiedung frühzeitig die Umstellung der Heizungsanlagen planen“, so Mühlhoff.

Das im Januar 2024 in Kraft getretene Wärmeplanungsgesetz sieht vor, dass Städte mit weniger als 100.000 Einwohnern bis zum 30. Juni 2028 eine Wärmeplanung erstellen, die Verbrauchern eine Orientierung für die zukünftige Wärmeversorgung gibt. Ziel ist die klimaneutrale Wärmeversorgung bis 2045. Um dieses Ziel zu erreichen, müssen in Lemgo 67 Prozent der Heizungsanlagen umgestellt werden. Derzeit werden hier von 12.000 Gebäuden 30 Prozent mit Fernwärme beheizt, 20 Prozent haben eine Öl- und 47 Prozent eine Gasheizung.

Wie also sieht die Heizung der Zukunft aus? Dazu war Dr. Dieter Attig als Experte zu Gast in der Fraktion. Als Geschäftsführer der Stadtwerke von 1977 bis1997 hat er dazu beigetragen, dass in Lemgo frühzeitig wichtige Schritte in Richtung nachhaltiger Energieversorgung gegangen wurden. Für Attig ist heute klar: „Da die Erdgasversorgung perspektivisch ihrem Ende zugeht, ist die Fernwärmeversorgung jetzt mit der einzigen Alternative zu vergleichen, die in großem Stil Öl und Gas im Heizungsbereich ersetzen kann, der Wärmepumpe.“ Die Physikerin Lucia Mühlhoff ergänzt: „Wasserstoffversorgung oder Tiefengeothermie kommen in Lemgo nicht zum Tragen.“

Die Planung bis 2045 sieht vor, dass die Fernwärme – auf lange Sicht also überwiegend Großwärmepumpen – von 30 auf 46 Prozent der Gebäude ausgedehnt wird. Dazu ist eine Erweiterung des Fernwärmenetzes von jetzt 71 Kilometer um weitere zwölf Kilometer notwendig. Die meisten der anderen Gebäude werden dann mit Wärmepumpen beheizt. „Ein Vergleich zwischen Fernwärme und Wärmepumpen zeigt, dass die Heizkosten – bestehend aus Kapitalkosten und laufenden Kosten – in der Regel etwa auf dem gleichen Niveau liegen“, sagte Attig.

Die Investitionskosten sind gewaltig: Allein der Fernwärmeausbau und Umstellung der Fernwärme auf regenerative Energieträger erfordert 102 Millionen Euro. Hinzu kommen hohe Privatinvestitionen, hauptsächlich für Wärmepumpen. Immerhin: „Die Kosten verschieben sich weg von Kosten für den Einkauf fossiler Energie hin zu Investitionskosten mit lokaler Wertschöpfung“, erklärt Lucia Mühlhoff.

„Wenn wir die kommunale Wärmeplanung frühzeitig verabschieden, haben sowohl die Stadtwerke als auch die Bürger und Bürgerinnen eine solide Grundlage, um Fördergelder für den Umbau erfolgreich zu beantragen“, ergänzt Dr. Katharina Kleine Vennekate, Fraktionsvorsitzende und ebenfalls Mitglied im Umweltausschuss: „Das sollten wir uns in Lemgo nicht entgehen lassen.“

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